Die Schwierigkeiten mit den Jahresvorsetzen

Wer nahm sich nicht schon einmal zum Jahreswechsel etwas vor und erreichte dann doch nicht sein Vorhaben. Jährlich Ende Dezember sind bei jedem Small Talk die Neujahrsvorsätze wieder ein Gespräch wert. Tatsächlich werden nur 8 % der Vorhaben auch wirklich mit Erfolg durchgezogen. 

Die TOP TEN der Guten Vorsätze 2011 in Berlin:

1. Stress vermeiden oder abbauen (55 Prozent)

2. Mehr Zeit für Familie/Freunde (51 Prozent)

3. Mehr bewegen/Sport (48 Prozent)

4. Gesünder ernähren (46 Prozent)

5. Mehr Zeit für mich selbst (44 Prozent)

6. Abnehmen (33 Prozent)

7. Sparsamer sein (28 Prozent)

8. Rauchen aufgeben (14 Prozent)

9. Weniger fernsehen (14 Prozent)

10. Weniger Alkohol trinken (8 Prozent)


Über die Hälfte der Berliner möchte ruhiger treten, als in den Jahren zuvor. Fast genauso häufig nehmen sich die Hauptstädter vor, mehr Zeit mit der Familie und Freunden zu verbringen. 

Diese Vorsätze für das neue Jahr sind sicherlich gute Ziele. Doch sollte man erst einmal unterscheiden, ob man die Absicht hat nur Stress zu vermeiden, oder ob man sich mit dem Vorsatz einen konkreten Plan zur Stressverminderung ausdenkt. Ein Vorsatz ist so gesehen eine konkrete und erreichbare Zielvorgabe. 


Dem Vorsatz spricht die Gewohnheit entgegen.

Die Gewohnheit bringt Sicherheit und entlastet uns bei Entscheidungsfragen. Sprich, ohne Gewohnheiten müssten wir ein Pool von Entscheidungen treffen. Würden wir alles immer wieder neu entscheiden müssen, so würden wir sicherlich die Orientierung für die wesentlichen Dinge verlieren. Daher haben wir unsere Gewohnheiten, die auch Automatismen genannt werden. Es ist eine Folge unterschiedlicher Mechanismen über, die wir uns nicht den Kopf zerbrechen müssen. Gewohnheiten führen uns durch ein geregeltes Leben. 


Aber nicht alle Gewohnheiten sind gut.

Doch es gibt Gewohnheiten, die nicht effektiv, oder sogar schlecht sind. Häufig versuchen wir gegen diese Schlechtigkeiten anzukämpfen, allerdings meistens leider vergebens. 

Allein 14 % der Berliner Bevölkerung möchten mit dem Rauchen aufhören. Dabei findet man sogar motivierende Aspekte, den Glimmstängel nicht mehr anzuzünden. So schreibt der Online-Fokus: "Bereits im ersten Jahr ohne Zigarette halbiert sich das Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen. Die Gefahr, an Lungenkrebs zu sterben sinkt parallel dazu. Das Lungenvolumen vergrößert sich, Kondition und Leistungsfähigkeit steigen. Der Körper baut Gefäßablagerungen, die sich durchs Rauchen gebildet haben, wieder ab. Und ganz abgesehen von diesen harten Gesundheitsfakten: Die Haut wird glatter, sie ist besser durchblutet. Hautunreinheiten, die durch die Giftstoffe in den Glimmstängeln entstanden sind, verschwinden."² Das sollte doch eigentlich Motivation genug sein, wenn ein öffentlich zugängliches Magazin solche Vorteile schreibt. Doch letztendlich ist es für die meisten, dennoch schwer aufzuhören.

Wenn wir uns von schlechten Gewohnheiten trennen wollen, müssen wir neue Gewohnheiten anbieten. Wer weniger Zeit für den Beruf investieren und mehr Zeit mit der Familie verbringen will, muss sich konsequenterweise etwas ausdenken, in dem seine Willenskraft im Familienbereich gestärkt wird. 


Volition

Volition ist der einzelne Willensakt³. Gemeint ist der Willensprozess und damit der Prozess der Bildung des Vorsatzes. Der Willen ist ein entscheidender Faktor. Er ist nach Franz Weinert der Steuermann. Wer den Willen nicht besitzt, wird mit der alten Gewohnheit auch nicht abschließen. Wer nicht mit dem Rauchen aufhören will, der wird es auch nicht richtig versuchen. 

Die Bereitschaft im Jetzt und Hier aufzuhören gehört dazu. Wer aufhören will, sich aber nicht in der seelischen Verfassung befindet und noch nicht bereit dazu ist, der wird auch in der alten Gewohnheit gefangen bleiben. Wer die Meinung vertritt, er höre nächste Woche auf, der sollte es nicht laut sagen. Ansonsten könnte es sein, dass die Zuhörer ihn später lästernd daran erinnern. Fazit daraus: Wenn der Entschluss gefasst ist, höre ich entweder gleich auf, oder gar nicht.

Überzeugung, dass das Vorhaben gelingt, muss auch vorhanden sein. Wer nicht überzeugt ist, sein Vorhaben wirklich zu schaffen, der wird es erst gar nicht angehen, oder aber vorzeitig einstellen. Es kommt sehr häufig vor, dass man Rückschläge des Vorhabens erleben muss. Wer dann nicht Überzeugung hat, wird spätestens bei einem größeren Rückschlag scheitern.

Daher ist es wichtig den richtigen Willen und ein gewisser Grad an Überzeugung und die Bereitschaft zu haben, sonst gehört der Versatz zu den 92% der Nichterfüllten.


Kontakt

Liebestherapeut: Andreas Kawallek

Praxis (HPG): Thomasiusstraße 3, 

10557 Berlin

 0176/61 48 80 78

und 

Praxis (HPG): Neue Gartenstraße 52 c,

15517 Fürstenwalde

0176/61 48 80 78

kawallek@heilkundigepsychotherapie.de

Internet: www.heilkundigepsychotherapie.de


¹http://www.presse.dak.de/ps.nsf/rsbl/7CDE7D9B55A7DAE1C12577F20045953E?Open 04.01.2011

² http://www.focus.de, 02.01.2011

³ http://www.textlog.de/5376.html

andere Literatur: 

Psychologie- Heute, Januar 2010

http://bildungswissenschaft.uni-saarland.de/fg_paedpsych/geschichte/geschichte_fachtagung_08.htm