Grenzen setzen

Wie gehen Sie mit Grenzen anderer oder Ihrer eigenen um? Grenzen zu setzen ist kein leichtes Ding. Jeder scheint von Ihnen etwas zu wollen und jeder versucht, Ihnen etwas aufzudrücken. Im Unternehmen als auch in der Familie scheint das Abgrenzen in bestimmten Situationen nicht immer einfach zu sein. Doch wie Grenzen gesetzt werden können wird hier verdeutlicht.

Die drei Grenzen

Jeder Mensch hat drei wichtige Grenzen …

✧ Toleranzgrenze 

✧ Schmerzgrenze  

✧ Absolute Grenze 

Diese Grenzen können, dürfen und sollten Sie auch bei dem Anderen aufzeigen und ausfrücken.

Selbstwertgefühl steht Grenzen im Weg

Als Psychotherapeut hört man häufig, dass Grenzen von anderen Menschen wichtiger sind als die eigenen. Das gilt gerade bei Kindern oder dem Chef. Doch Hochleistung können Sie für andere nur bringen, wenn Sie in Ihren eigenen Möglichkeiten bleiben. Außerhalb Ihres Machbaren werden andere mit Ihnen nicht zufrieden sein und Sie selbst auch nicht. Machen Sie also für sich und andere das, was Sie können und wollen. Damit haben Sie selbst als auch die Andere mehr davon, weil es gibt, bessere Resultate. Aber Achtung: Das heißt im Umkehrschluss jedoch nicht, dass Sie sich Neuem verschließen sollten. 

Das schlechte Gewissen

Grenzen werden häufig nicht gesetzt, weil man ein schlechtes Gewissen bekommen könnte. Das Gewissen ist ein Teil in unserer Persönlichkeit; und das Gewissen ist auch dafür da, um uns zu schützen. Daher ist es auch für den inneren Richter (der das schlechte Gewissen erschafft) wichtig, dass wir uns Grenzen aufbauen. Denn der innere Richter hat auch nichts davon, wenn Sie außerhalb des Machbaren Ihre Energie verschleudern und sich überarbeiten. Der innere Richter kann am sinnvollsten für uns arbeiten, wenn Sie auch mal Nein sagen.

Warnungen Ansagen

Was beim Schiedsrichter mit einer gelben und roten Karte funktioniert, können Sie auch gut verwenden. Ein Ausspruch: das ist eine gelbe Karte wert … kann eine Grenzüberschreitung gut aufzeigen. 

Gelb-Rot zeigt an, >>jetzt bin ich sauer auf dich<<. 

Rot heißt, >>Platzverweis, komme mir nicht (mehr) unter die Augen<<.

Eine andere Möglichkeit ist 1… 2 ... 3 zu zählen. Die 1 ist dem entsprechend ein Warnschuss, die 2 ein Anzeichen, dass der andere gefälligst aufhören muss, bevor es Konsequenzen gibt. Bei der 3 sollte es dann tatsächlich zu Konsequenzen kommen.

Ausdruck einer Grenze

Wenn Sie emotional verletzt sind, sagen einfach STOPP oder AUA. Erst dann wird dem Anderen richtig bewusst, dass er/sie eine Grenze überschritten hat. In der Regel will Ihnen keiner wirklich wehtun. Man kennt nur Ihre Grenze nicht, daher ist ein >>Stopp, bis hierher und nicht weiter<< sehr wichtig.

Konsequenzen oder Bestrafung

Konsequenzen zeigen auf, dass man es mit den eigenen Grenzen sehr ernst meint. Werden die Grenzen von anderen eindeutig überschritten, obschon auch auf Konsequenzen aufmerksam gemacht wurde, sollten auch Konsequenzen folgen. Jedoch sollten es keine Bestrafungen sein und auch von beiden Parteien nicht so angesehen werden. Denn Bestrafungen halten i.d.R. nur kurzfristig.

Aussprechen von Grenzen in der Ich-Form

Die Formulierungen von Grenzen sollten immer in der Ich-Form gemacht werden und nicht in der Du-Form. In der Du-Form wird es zu häufig als Anschuldigung verstanden. In der Ich-Form werden Bedürfnisse aufgezeigt. 

Beispiele: >>Ich möchte nicht, dass …<< sind dafür ein guter Einstieg. Noch besser ist ein Satz ohne Verneinung: >>Ich habe vor Ihnen Respekt und möchte, dass Sie mir auch Respekt entgegen bringen<<, oder: >>Ich habe schon sehr viele Akten zu bearbeiten und möchte diese auch gut und ordentlich bearbeiten, daher könnte der Praktikant doch einige Akten bearbeiten, oder?<<

Regeln des Grenzensetzens

1. Was hat Sie konkret verletzt?

2. Eine weitestgehend objektive Darstellung der Situation und der Gefühle

3. Was war daran ärgerlich?

4. Machen Sie ein Vorschlag (Ich möchte, dass in der Zukunft …)

5. Prüfen Sie, ob es für den Anderen nachvollziehbar ist.

6. Die Meinung des Anderen mit aufnehmen. 

7. Und versuchen Sie einen Kompromiss zu finden (dann ist das Gewissen auch beruhigter).


Was ist wenn Grenzen wieder nicht beachtet werden?

Es gibt Mitmenschen, die überschreiten regelmäßig Ihre Grenzen. Eine Möglichkeit ist genau das Verhalten des Anderen nachzumachen. Viele stören sich daran, ihr eigenes Verhalten zu sehen. Damit verstehen viele, dass sie regelmäßig etwas falsch machen. Spätestens nach der Aussprache danach wird es Ihnen verdeutlicht.

Auch abchecken, ob andere Menschen auch mit dem Grenzüberschreiter Probleme haben, kann dabei helfen. Mit anderen über den Grenzüberschreiter sprechen, kann schon viel helfen. Es ist befreiend über die angestauten Gefühle der Grenzüberschreitung zu sprechen. Auch können andere mitteilen, wie sie mit solch einer Situation umgehen. Auch andere könnten sich durch die grenzüberschreitende Verhaltensweise verletzt fühlen, auch dann ist eine Aussprache eine gute Möglichkeit. Wenn mehrere mit dem Grenzüberschreiter sprechen, kann auch das Wunder wirken.



Coach und Therapeut

Andreas Kawallek

Praxis (HPG): Thomasiusstraße 3, 

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und 

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