Ist Güte erlernbar?

Es gibt in der deutschen Sprache einige Begriffe, die jeder kennt, mit denen allerdings wenige etwas anfangen können. So ist es auch mit dem Wort Güte. Was ist überhaupt Güte und für was ist Güte gut? Kann es mir schaden, wenn ich gütig bin? 

Was ist eigentlich Güte? Das zu recherchieren ist gar nicht so einfach, da viele Lexika keine Erläuterung für den Begriff Güte aufzeigen. Eine Definition gibt das Brockhaus Lexikon, es definiert Güte als " die innere Haltung der Großmut, den Mitmenschen in seine Möglichkeiten und Fehlern gelten zu lassen und ihm zur Seite stehen; auch der einer Sache oder Ware zuerkannte Wert, auf Grund dessen sie als erstrebenswertes Gut gilt".¹

In dem Buch Liebe als Weg schlägt Cary Chapman eine andere Definition vor: "Güte: Die Freude, die Bedürfnisse eines Mitmenschen nur um der Beziehung willen vor den eigenen zu erfüllen" ²

Der Begriff Güte ist uns vor allem innerhalb des christlichen Glaubens bekannt. So wird die Güte mit der Nächstenliebe zusammengebracht. Man soll gütig mit seinem Nächsten umgehen. Doch haben all zu viele auch das Paradies im Kopf, wo man hingelangen kann, wenn man gütig zum Nächsten ist. Andere haben das Fegefeuer oder die Hölle im Kopf, wenn man nicht gütig ist.

Für viele bezeichnet Güte ein Handeln ohne eigenen Nutzen, ausschließlich um einen anderen zu helfen oder eine Freude zu machen. Doch bringt einem die bedingungslose Güte selbst auch weiter, ohne einen direkten Eigennutzen zu erzielen. "Das Paradoxe daran ist, dass Güte als Weg zu wählen nicht nur Mitmenschen viel Freude macht, sondern auch einem Selbst".³

Was bewirkt Güte? Die Güte ist einer der wichtigsten Schritte, um in Liebe zu handeln. Um einen Menschen richtig zu lieben, ist ein gütiges Handeln zu ihm eine große Voraussetzung. Wenn ich verliebt bin, dann möchte ich meine Liebste auf Händen tragen und ihr alle Freuden schenken, sie ganz einfach glücklich machen. Ich bin dann voller Güte zu ihr.

Wenn man anfängt, sich um die Bedürfnisse anderer Menschen Gedanken zu machen und versucht die Bedürfnisse zu erfüllen, dann entsteht eine wunderschöne Ebene in der zwischenmenschlichen Beziehung, die man Liebe nennt. 

Allerdings, und das ist wichtig, geht Güte nur auf den Zweck der Befriedigung von Bedürfnissen anderer aus, nicht von den eigenen. Damit ist Güte genau das Gegenteil vom egoistischen Handeln. Viel mehr freut man sich, wenn man gütig ist, dass am anderen etwas Gutes tut, und sie sich darüber freuen.  Anderen ein Lächeln zu schenken, hat also sicherlich auch etwas Ichbezogenes, allerdings nichts Egoistisches.



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¹ Brockhaus Band 7, Seite 247

² Liebe als Weg, Seite 37

³ Liebe als Weg, Seite 37