KANT und seine Aufklärung

AUFKLÄRUNG ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.¹


Die Erziehung zur Mündigkeit

Der Mensch soll sich nicht von anderen Meinungen leiten lassen. Sprich er soll ein Freidenker werden. Psychologisch haben wir hier allerdings ein großes Problem. Ein Kind versucht durch Nachahmung und durch annehmen anderer Meinungen ein Selbst zu bilden. Es ist eine Identifizierung von der das Kind jedoch wieder los kommen muss. Nach Kant muss das Kind durch Erziehung lernen selbst autonom zu werden. Daher sollte ein Kind nicht alles vorgemacht bekommen und auch nicht alle Verantwortung abgenommen werden. Die Erziehung muss so eingerichtet sein, dass es, nach DEWEY gesprochen, den psychischen Funktionen des Kindes erlaubt wird zu reifen. Allerdings muss das Kind auch aktiv seine Autonomie aufbauen, indem es selbst unabhängig werden will. Unmündig wird man nicht in der Kindheit und auch noch nicht in der Jugend. Will ein Mensch jedoch unabhängig von anderen werden, dann sollte er in der Kindheit auch in die Richtung erzogen werden. 


Mündigkeit in der Gesellschaft

Der Mensch ist unter anderen Menschen. Die Gesellschaft versucht auf den Einzelnen mit ihren Regeln und Normen einen Zwang auszuüben Das ist auch soweit vertretbar, solange man das freie Denken des Einzelnen nicht einschränkt. Das heißt, weder eine religiöse Einrichtung, oder die Politik, noch überhaupt ein anderer Mensch, darf  einen anderen Menschen in der Autonomie einschränken (Gesetz des Sollens). Andererseits darf sich keiner seiner eigenen Autonomie berauben lassen. Jeder soll seine eigene Autonomie aufbauen. Die Erzieher sollen den einzelnen Menschen dabei helfen seine Identität auszubilden. Ein Mensch, der seine Autonomie selbst nicht ausbildet, macht das selbstverschuldet. Für Kant brachte der Unmündige nicht den Mut auf sich selbst seines Verstandes zu bedienen, so ist der Mensch auch nicht aufgeklärt. Denn der Wahlspruch der Aufklärung heißt ja:"Habe Mut, dich deines Verstandes zu bedienen!"  Nach KANT ist der Mensch mündig durch seinen eigenen Verstand. Erst wenn der Mensch seinen Verstand benutzt ist er wirklich Mensch. Auf diese Weise, ist er ein mündiger Mensch. In der Mündigkeit ist der Mensch im Stande sich selbst ein Urteil zu bilden. Ob Alltagsentscheidungen oder moralische Beschlüsse, durch das eigene Urteil, ist der Mensch fähig seine eigene Freiheit aufzubauen.


1 http://www.uni-potsdam.de/u/philosophie/texte/kant/aufklaer.htm

Literatur: 

Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik, Wolfgang Klafki, 6.Auflage 2007

Geschichte der Pädagogik,  Winfried Böhm, 3.Auflage, 2010

Wörterbuch der Pädagogik, Winfried Böhm, 16. Auflage, 2005



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