Erziehung

Erziehung ist allgemein die Beeinflussung eines Erwachsenen auf einen Heranwachsenden. 

Spezifischer drückt es BREZINKA aus: Unter Erziehung werden Handlungen verstanden, durch die Menschen versuchen, das Gefüge der psychischen Dispositionen anderer Menschen in irgendeiner Hinsicht dauerhaft zu verbessern oder seine als wertvoll beurteilten Bestandteile zu erhalten oder die Entstehung von Dispositionen, die als schlecht bewertet werden, zu verhüten.¹ Deutlich wird an der Definition, dass nicht nur Erwachsene Heranwachsende erziehen, sondern Menschen erziehen Menschen. Auch verdeutlicht BREZINKA, dass Werte vermittelt werden, die der Erzieher für wertvoller erachtet und mit der Erziehung Verhalten unterdrücken will, das er als weniger wertvoll erachtet.

BOKELMANN Definition bezieht sich auf den Generationswechsel: Erziehung ist dasjenige Handeln, in dem die Älteren (Erzieher) den Jüngeren (Edukanden) im Rahmen gewisser Lebensvorstellungen (Erziehungsnormen) und unter konkreten Umständen (Erziehungsbedingungen) sowie mit bestimmten Aufgaben (Erziehungsgehalten) und Maßnahmen (Erziehungsmethoden) in der Absicht einer Veränderung (Erziehungswirkungen) zur eigenen Lebensführung verhelfen, und zwar so, daß die Jüngeren das erzieherische Handeln der Älteren als notwendigen Bestandteil für ihr eigenes Dasein erfahren, kritisch zu beurteilen und selbst fortzuführen lernen (Bokelmann 1970, 185 f.).² Diese Definition des Erziehungsbegriffes geht auf die Reproduktion der Lebensführung der älteren Generation ein. Die Älteren vermitteln den Jüngeren ihre Lebensvorstellung, die die Jüngeren zwar überprüfen, aber sodann auch in sich aufnehmen, sollten.



Andreas Kawallek

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¹ Wolfgang Brezinka: Metatheorie der Erziehung: Eine Einführung in die Grundlagen der Erziehungswissenschaft, 1978, S. 45

² aus Raithel, Dollinger, Hörmann: Einführung Pädagogik, 3 Auflage, 2009, S. 21