Die Geltungsansprüche von Habermas

HABERMAS fand Regeln, wie wir uns besser Austauschen können. Es wäre gut, wenn sich alle Politiker in der Welt an die Regeln des kommunikativen Handels halten. Denn dann würde es keine Kriege mehr geben.


Jede kommunikative Handlung kann von der Sicht der Weltbezüge verstanden werden. Das heißt, jeder lebt in seiner Welt. Es sieht jeder die Welt aus seinen eigenen Augen. Wir haben also über 7 Millionen Welten. Keiner der Welten ist richtig. Aber man kann einen Anspruch darauf haben, dass die Aussage über die Welt wahr ist. 

Trifft man eine Aussage, dann will man auch den Anspruch haben, dass die Aussage wahr ist. Man macht also einen Anspruch geltend. Nach dem Motto: Glaube mir doch, die Aussage ist richtig. Daher ist es der Geltungsanspruch. 

Das leuchtet vielen ein. Wenn ich etwas sage, dann halte ich es für wahr. Wenn ich es nicht für wahr halten würde, dann bräuchte ich es auch tatsächlich nicht zu sagen.

Ein Geltungsanspruch ist also eine bestimmte Ansicht auf die Welt. Somit können Geltungsansprüche eine proportionale Wahrheit sein. Sie können aber auch eine normative Richtigkeit beanspruchen. 

Ein Geltungsanspruch ist aber nicht die Wahrheit. Denn niemand weiß die absolute Wahrheit über etwas. Aber man kann einen Anspruch an der Wahrheit haben. Ein Beispiel: Sind 20 Menschen in einer Sache einig, dann haben sie für sich den Anspruch zur Wahrheit, also einen Wahrheitsanspruch. Kommt aber ein anderer dazu und hat einen anderen Geltungsanspruch, dann verlieren alle ihren Anspruch der Wahrheit und es wird wieder zu einem Geltungsanspruch.

Dem Wahrheitsanspruch steht also der Geltungsanspruch gegenüber. Geltungsansprüche werden durch Meinungen von einem Selbst oder von anderen Menschen als wahrhaftig geäußert. Kann man eine Aussage mathematisch nachweisen, dann hat die Aussage mehr Geltungskraft, also ohne.

Indem sich Sprecher und Hörer frontal miteinander über etwas in einer Welt verständigen, bewegen sie sich innerhalb des Horizonts ihrer gemeinsamen Lebenswelt; die bleibt den Beteiligten als ein intuitiv gewußter, unproblematischer und unzerlegbarer holistischer Hintergrund im Rücken.¹

Wahrheitsanspruch als objektiver Weltbezug betrifft die Gesamtheit aller Tatsachen.

Wahrhaftigkeitsanspruch als subjektiver Weltbezug geht vom einen Menschen als Subjekt aus. Was ich sage, ist nicht gelogen, sondern erst gemein. Der sozialer Weltbezug schließt die gesellschaftlichen Normen und Regeln mit ein, in denen sich der Mensch bewegt.

Die Lebenswelt kann nur a tergo eingesehen werden. Der einzelne Mensch hat die Lebenswelt in der er sich bewegt durch die Erinnerungen und Erfahrungen. Von außen betrachtet (so gesehen als Beobachter) erscheint eine Gesellschaft und ihre individuellen Lebenswelten als ein systematischer Zusammenhang. Nun verhält es sich so, dass die jeweiligen Subsysteme (das System einer einzelnen Lebenswelt), durch bestimmte Medien verbunden werden. Solche Medien wie die Sprache, Macht oder Geld nisten sich in der Lebenswelt ein und steuern das Handeln der Menschen. Die kapitalistische Dominanz der Wirtschaft lässt die Lebenswelt entarten. Das pathologische (krankhafte) System zeigt sich, in dem ein Unternehmen mehr wert ist als ein Menschenleben.



1 Habermas, Jürgen, Der philosophische Diskurs der Moderne, S. 348f.



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