Moral und die moralische Entwicklung

Moral ist wichtig, das ist klar. Ohne Moral würde es ein großes Durcheinander geben. Doch Moral ist nichts Steifes. Sie entwickelt sich Schritt für Schritt in uns. In der Entwicklung der Moral hat sich vor allem Lawrence Kohlberg einen Namen gemacht. Und das zurecht. 


Doch was ist Moral. Sie besteht aus den gesamten Regeln der Gesellschaft. Festgelegt werden sie als das sittlich Richtige und Falsche sowie das Gute und Böse. Beim Bruch der Regeln muss durch das moralische Denken ein Schuldgefühl oder eine Reue auftreten. Wird eine Regel übertreten, dann soll das nie wieder auftreten. Sonst kann man nicht von einer gesunden Moral ausgehen. 

Kohlbergs Modell ist ein Stufenmodell mit sechs Stufen.


Präkonventionelles StadiumIn der 1. und 2. Stufe sind die Vorstellungen des Lebens nur eigennützig. Das Miteinander wird nur auf sich selbst bezogen. Auf Andere wird nicht oder nur bedingt Rücksicht genommen. Man kann von einer "Vormoral", aber nicht von einer Moral sprechen.

1. Stufe: Orientierung an Strafe und Gehorsam

Moral gibt es in der Stufe noch nicht. Der Mensch lernt durch mächtigere Menschen, vor allem den Eltern, was gut und böse ist, und muss erst lernen, was andere gut und schlecht finden und was bestraft wird. Der Hauptgedanke ist: Die Anderen sind mir peripher, solange ich nicht bestraft werde.

2. Stufe: Orientierung an instrumentellen Selbstzwecken und am Austausch/ oder auch naiv egoistisch orientiert

Als Metapher gilt: Eine Hand wäscht die andere, oder: wie du mir, so ich dir. 

Gut ist alles, was mir Vorteile bringt. Die anderen Menschen werden für bestimmte eigennützige Zwecke benutzt. Man kann auch hier noch nicht von einer Moral sprechen. Denn der Egoismus hat noch die Oberhand. Nicht nur Kinder sind hier zu finden. Auch viele erwachsene Menschen befinden sich auf dieser Stufe.


Konventionelles Stadium: In der 3. und 4. Stufe befinden sich die meisten erwachsenen Menschen.

3. Stufe: Orientierung an interpersonellen Erwartungen, Beziehungen und Konformität/ zum Wohle der Familie orientiert

Das ist eine Stufe für das in Familie orientierte Denken und Handeln. Die 3. Stufe kann man Moral nennen. Es handelt sich um ein bewusstes Eingehen auf die Mitmenschen. 

Doch von einer richtigen Moral kann auch noch ausgehen. Es handelt sich ja nur um die engsten Bezugspersonen. Fremde sind in dieser Moral noch nicht integriert. 

Aber man kennt in dieser Stufe schon einige gute Wege zum guten Handeln. Man weiß, wie man handeln soll. Auch weiß man, wann man etwas falsch gemacht hat. 

Das schlechte Gewissen setzt in der Phase ein. Auch Reue spürt man deutlich. Es handelt sich um eine Subjekt-Subjekt bezogene Moral.

4. Stufe: Orientierung an der Erhaltung des sozialen Systems / Gesetzes-Orientierung

Man ist moralisch auf der Stufe, wenn man sich an die Gesetze hält und wenn man diese achtet. Doch nicht mehr die Familie gibt die moralische Wertvorstellung vor. Vor allem staatliche und religiöse Institutionen tun das. Das Verhältnis Subjekt-System löst die Subjekt-Subjektbezogene Moral ab. 


Postkonventionelles Stadium: Die Stufen 5 und 6 sind die gesellschaftlichen Bezüge orientiertes Denken und Handeln.

5. Stufe: Orientierung am Sozialvertrag

Nicht mehr nur das Gesetz steht im Mittelpunkt. Es ist der Gedanke des Freiheitsrechtes aller Menschen, der steht im Mittelpunkt, nicht das Gesetz an sich. Vertreter der 6. Stufe: Mahatma GandhiMartin LutherMartin Luther KingMalcolm XNelson Mandela

6. Stufe: Orientierung an universellen ethischen Prinzipien

Handle so, dass die Maxime deines Willens, jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne. Kants Sittengesetz bezieht sich sehr gut auf die oberste Stufe der Moral. Auf der Stufe gibt es nur noch selten Menschen, die so moralisch handeln. Tenzin Gyatso als der Dalai Lama aus Tibet gehört dazu. Er führt keine Kriege mehr. Er hat keine Streits und Dispute. Manche haben mit ihm ein Konflikt, er aber mit niemanden.




Coach: Andreas Kawallek

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Zusatzinfo´s

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