Kinder von psychisch kranken Eltern

Viele psychisch Erkrankte haben selbst Kinder. Doch wie gehen die Erkrankten mit den Kindern um? Sind psychische Krankheiten ansteckend?

Wir sollten ganz klar davon ausgehen, dass Eltern prinzipiell ihren Kindern nur Gutes tun wollen? Natürlich nur, wenn sie klar bei Verstand sind und nicht bösartig. Bei Stiefeltern ist das schon etwas ganz anderes. Das zeigten schon die beiden Professoren Brüder Grimm auf. Die Stiefmutter bei Aschenputtel ist dafür das Schaubild.

Das ist bei leiblichen Eltern anders. Eine leibliche Mutter bildet sogar Hormone im Körper, um das Kind zu beschützen und es zu lieben. 

Doch gibt es auch Mütter, die meinen es gut, aber sie Handeln falsch, weil sie depressiv oder ängstlich sind. Bei Abhängigen von Drogen ist es noch sichtbarer. Die Beschaffung der Droge ist wichtiger als das Essen auf dem Tisch. 

Oft tun Eltern Kindern nicht immer gut. Die Psyche spielt den Eltern oft einen Streich. Oft reagieren Eltern dann falsch. Doch kann man das auch nicht pauschal sagen. Denn sie können auch sehr viel Gutes machen. 

Doch auch gesunde Eltern machen so Manches falsch. Das liegt oft daran, das man gesellschaftlichen Regeln folgt. Auch machen Gesunde hin und wieder nicht alles richtig. Das liegt auch daran, dass keiner genau sagen kann, was überhaupt immer richtig ist.  

Die Frage der guten Erziehung muss ganz anders lauten. Was ist das wichtigste in der Familie? Sind es die Drogen? Oder ist es die Depression? Oder ist es doch die Liebe.

Mit Liebe erziehen

Wenn wir unsere Kinder mit Liebe erziehen, dann sind wir schon ein großes Stück weiter. Das Kind muss die Liebe dann auch annehmen und in sich spüren. Wenn diese beiden Teile erfüllt sind, dann macht die Familie schon sehr viel richtig. Und auch psychisch Erkrankte können lieben, oft so wie es auch Gesunde tun. 

Umgang mit den Kindern

Aber ein guter Umgang mit dem Kind muss auch eingehalten werden. Und da unterscheiden sich Labile von den Gesunden. Oft werden Kinder angeschrien, oft alleingelassen, oft mit Schuld beladen. 

Manchmal können wir es nicht ändern, was da passiert. Die Kinder sind natürlich immer unschuldig. Aber sehr oft machen sich Kinder dafür selbst verantwortlich, dass die Eltern so leiden. Oft kommen Sätze wie: „wenn ich nur anders wäre, würde es Mama wieder gut gehen. „Oder sie denken sich:“ wenn ich nicht da wäre, dann wäre Mama nicht so traurig.“ Kinder haben halt die Angewohnheit gern schöne Gefühle zu schenken. Sie verschenken gerne Freude. Wenn Mama sich nicht freut, dann ist es ganz schlimm.

Kinder reagieren auf elterliche Stimmungen sehr sensibel. Kinder werden als Angehörige kaum von Therapeuten informiert oder in die Behandlung mit einbezogen. Hilfe kommt für sie häufig erst dann, wenn sie selbst schon Verhaltensauffälligkeiten zeigen (Schmid 2005). 

Damit die Kinder das Leid der psychisch kranken Eltern nicht in sich aufnehmen, sollten die Kinder ganz ehrlich informiert werden, so weit es geht. Und auch so weit es die Kinder verstehen können. Hat die Mama eine schwere psychische Störung, dann sollte das Kind davon direkt frei gesprochen werden. Leider ist es oft genau andersherum. 

So haben Eltern dem Kind auch schon Sätze um die Ohren gehauen, wie: „Wärst du nur nicht geboren.“ Leise gesagt ist das eine Art von Missbrauch

Eigentlich sollte das Kind mit so einer Antwort erst einmal gar nicht reagieren. Denn das Kind kann für die Geburt am Allerwenigsten. Was die Eltern aber damit weiter geben, ist in erster Linie Schuld. Keiner wird auf die Art mit Schuld geboren. 

Eltern sollten viel mehr das Gegenteil machen. Sie sollten auf jeden Fall dem Kind vermitteln: Du bist nicht für Mamas oder Papas Gemütszustand verantwortlich. Du trägst keine Schuld. 

So ist das Kind auch wirklich von der Schuld zu befreit. Alles andere überfordert. Es kann sich ohne Schuld auf sein eigenes Leben einlassen. 

Oft können solche Kinder die Eltern auf diese Weise sogar aus ihrer Störung herausholen, wenn manchmal auch nur zeitweise. Die Eltern erleben dann die Freiheit des Kindes und können in ihr Kind hinein spüren. Und so können die Eltern auch diese Freiheit spüren. Das ist sehr wohltuend.   

Psychische Krankheiten sind nicht ansteckend. Natürlich entscheidet der Erziehungsstil extrem mit. Aber das Kind wird ja nicht nur von einer Person erzogen, sondern von sehr vielen. Als Teenager schüttelt man auch einiges an Leid ab.

Wenn Kinder psychisch auffällig sind, dann kann das zu einem größen Teil auch an den Eltern liegen. Aber wenn junge Menschen psychisch Auffällig werden, dann liegt der mega Teil, ganz woanders.

Die WHO* geht davon aus, dass über 65 Prozent der Menschen mit deutschem Pass psychisch gestört sind. Machen wir Eltern wirklich so viel falsch, dass daraus psychisch gestörte Menschen wachsen. Das ist natürlich nicht so. Wenn 2/3 der Bevölkerung gestört sind, dann müssen wir alle ein großes Trauma erleben, wo nur die fittesten durchkommen. Und was für ein Traum ist das? Die Schule!

Schule: Pool von Gestörten!

Ein Kind ist schon traumatisierte, wenn Klassenkameraden eine Waffe aus ihrem Rucksack holen. Und das war auch schon früher so. Das mit Waffen in der Schule ist ja schon ein alter Hut. Aber dennoch entsteht das Trauma. Dasselbe ist über Drogen zu sagen. Der Leistungsdruck der Schule ist sehr hoch. Allein momentan leiden über 20 Prozent der Schüler und Schülerinnen mega an dem Druck, der von den Lehrern ausgeht. Mobbing von anderen Kindern und Lehrern spielt natürlich auch eine große Rolle.

Ja, es ist in der Bildungswissenschaft schon lange bekannt. Schule macht zwar schlau, aber auch krank. Das wird von der Psychologie, wie auch von der Soziologie bestätigt. Nur man findet keine Alternative.


Für den Text verwendenten wir die Begriffe Störung und Krankheit als selbe Sache.

*WHO= Weltgesundheitsorganisation


Therapeut: Andreas Kawallek

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