Warum Ehen scheitern

Schlechte Gedanken machen den Unterschied zwischen einer glücklichen und einer unglücklichen Partnerschaft. 

Ein Interview mit Herrn Kawallek

Herr Kawallek, das negative Denken ist in der Partnerschaft schädlich. Warum?

In zahlreichen Studien hat man festgestellt, dass die meisten Paare in einer Ehe viele schöne Momente haben. Viele Paare geben aber einer negativen Situation mehr Wichtigkeit, als vielen guten Situationen zusammen. Das heißt, ein negatives Ereignis macht viele schöne Ereignisse wett. Eheprobleme sind dadurch vorprogrammiert.

Können Sie uns ein Beispiel geben?

Danni und Michael machen einen Ausflug, mit vielen schönen, positiven Situationen. Sie genießen den Ausflug und jeder für sich erfährt schöne Momente. Allerdings kommt es auf der Heimfahrt zu einem Missverständnis. Es kommt zum Streit. Für das Paar ist der ganze Ausflugstag versaut. Danni und Michael bauschen das eine negative Ereignis so auf, dass es die vielen anderen positiven Erfahrungen des Ausflugs zunichte macht. Wie den beiden geht es vielen Paaren ähnlich. 

Wie können wir es besser machen?

Es gibt auch Partnerschaften, da wird der Ausflug anders beurteilt. In diesen Ehen wird bei dem Missverständnis  "Schwamm drüber" gesagt oder es wird sogar belächelt. Nach John M. Gottman haben glückliche Paare >>in ihrem Alltag eine Dynamik entwickelt, die verhindert, daß die negativen Gedanken und Gefühle (die es bei allen Paaren gibt), die positiven überdecken. Sie führen …eine von emotionaler Intelligenz getragene Ehe<<¹.

Aber diese negative Sichtweise gibt es doch nicht nur bei Paaren bzw. Eheleuten, oder?

Nein, es gibt Menschen, ob in einer Partnerschaft oder nicht, die negative Ereignisse maximieren und positive Ereignisse minimieren. Als Beispiel: so kann das Zuspätkommen der Freundin eine Katastrophe darstellen und die Gehaltserhöhung im Job belanglos sein. 

Welchen psychotherapeutischen Lösungsansatz empfehlen Sie?

Die Gewichtung eines Ereignisses entsteht durch die negative Interpretation beziehungsweise Deutung. Der Lösungsansatz in der Psychotherapie genauso wie in der Paartherapie ist die negative Sichtweise zu erkennen und diese gegenüber positiven Erfahrungen zu überprüfen. Wenn das negative Denken in der Situation erkannt wird, kann man die Situation auch genauer und besser bewerten. 


Liebesberater: Andreas Kawallek

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und 

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¹ John M. Gottman, Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe, 2011, S.11 ff